Pathologie


Pathologie
Pa|tho|lo|gie 〈f. 19; unz.; Med.〉 Lehre von den Krankheiten [<mlat. pathologia; zu grch. pathos „Leiden, Krankheit“ + logos „Wort, Rede, Kunde“]

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Pa|tho|lo|gie, die; -, -n [-logie]:
1. <o. Pl.> (Med.) Lehre von den Krankheiten, bes. von ihrer Entstehung u. den durch sie hervorgerufenen organisch-anatomischen Veränderungen.
2. der Forschung, Lehre u. der Erfüllung von praktischen Aufgaben der Pathologie (1) dienende Abteilung eines [Universitäts]krankenhauses.
3. pathologische Erscheinung, pathologisches Symptom:
die Entstehung von -n.

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Pathologie
 
die, -, Gebiet der Medizin, das sich mit der Erforschung von Ursachen (Ätiologie), Entstehungsweise (Pathogenese) und Verlaufsformen sowie den anatomischen und funktionellen Auswirkungen von Krankheitsprozessen beschäftigt. Als Bereich der ärztlichen Weiterbildung (mit dem Teilgebiet der Neuropathologie) wird die Pathologie vom Pathologen (Arzt für Pathologie) ausgeübt.
 
Die allgemeine Pathologie untersucht die Gesetzmäßigkeiten, die über den Einzelfall hinausgehend Geltung haben, die Pathophysiologie speziell die funktionellen Veränderungen wie Entzündungen und Störungen des Immunsystems, Stoffwechsels, Kreislaufs und Wachstums. Die spezielle Pathologie befasst sich mit den krankhaften Veränderungen bestimmter Zellen, Organe und Organsysteme bei bestimmten Krankheiten (Organpathologie).
 
Die pathologische Anatomie erforscht die krankheitsbedingten Zell- und Gewebeveränderungen an entsprechendem Untersuchungsmaterial, das durch Biopsien, operative Eingriffe, Leicheneröffnungen gewonnen wird. Bei vielen Krankheitsbildern stellt der Pathologe durch die Untersuchung des Gewebes die endgültige Diagnose. Durch die Sektion ist die Pathologie mit der Klärung unsicherer Todesursachen (v. a. in rechtsmedizinischer Hinsicht) befasst. Die experimentelle Pathologie gewinnt ihre Erkenntnisse aus Tierversuchen. Weitere Spezialgebiete sind die vergleichende Pathologie, die human- und tiermedizinischen Aspekte in Beziehung setzt, die geographische Pathologie, die den Einfluss äußerer Gegebenheiten wie Ernährung, Klima, Lebensraum und typologischen Besonderheiten untersucht, als Umweltpathologie im Hinblick auf ökologischer Faktoren. Historische Aspekten geht die Paläopathologie nach.
 
 
Der Begriff der Pathologie geht auf Galen zurück, blieb jedoch bis Ende des 18. Jahrhunderts weitgehend ungebräuchlich. Wesentlichen Einfluss auf die Entwicklung der Pathologie hatte das Werk des italienischen Anatomen G. B. Morgagni über Sitz und Ursache der Krankheiten (1761). Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts waren die Vorstellungen der Humoralpathologie bestimmend, die dann von der Theorie der Zellularpathologie abgelöst wurden. Das erste selbstständige pathologische Institut wurde 1856 in Berlin für R. Virchow errichtet.
 
 
Allg. P., hg. v. A. Hecht u. a. (Wien 51989);
 
Allg. P. u. patholog. Anatomie, hg. v. M. Eder u. a. (331990);
 
Klin. Pathophysiologie, hg. v. W. Siegenthaler (71994);
 
Allg. u. spezielle P., hg. v. U.-N. Riede u. H.-E. Schaefer (41995);
 P. Schmitz-Moormann u. a.: Allg. P. (1995).
 

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Pa|tho|lo|gie, die; -, -n [↑-logie]: 1. <o. Pl.> (Med.) Lehre von den Krankheiten, bes. von ihrer Entstehung u. den durch sie hervorgerufenen organisch-anatomischen Veränderungen. 2. der Forschung, Lehre u. der Erfüllung von praktischen Aufgaben der Pathologie (1) dienende Abteilung eines [Universitäts]krankenhauses; Prosektur; pathologische Abteilung, pathologisches Institut.

Universal-Lexikon. 2012.

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